Ferrari: Der Umbruch

Nach einer erfolgreichen Saison mit zwei Konstrukteursmeisterschaften und zwei Fahrertiteln zeigt sich Ferrari mit radikalen Fahrertransfers für die kommenden 21 Rennen erneut angriffslustig. Durch die Erweiterung von vier auf fünf Ligen in der Seven A's League besteht das Traditionsteam aus nun zehn Fahrern, von denen sechs zum ersten mal in rot fahren werden. Teamchef PowerSw sieht diese strukturellen Veränderungen als notwendig an, um die Motivation, die in der vergangenen Saison zu Wünschen übrig ließ, aufrecht zu erhalten. Die Kombination aus Erfahrung in den Reihen von Helbig und Woulley sowie die junge Lernfreudigkeit bei Jan-Erik und Craigo sollen die gewünschten Erfolge nach Maranello bringen.


Die Ziele bei der Scuderia unterscheiden sich von Serie zu Serie und von Fahrer zu Fahrer. Während in der Pro Series beide Titel sowie maximale Punkte Ausbeute das Mindestmaß an Ergebnissen darstellen, so haben Exhale und Craigo regelmäßige Punkteplatzierungen sowie das ein oder andere Podium im Visier. Exhale konnte bereits in Frankreich einen erfolgreichen dritten Platz einfahren. Craigo ließ seine beste Chance in Spanien auf Grund mangelnder Leistung im Regen liegen. Somit wartet der Lockup Guru bis heute auf sein erstes SAL Podium. Woulley derweil strebt wieder den Best of the Rest Titel an, weil er zu langsam für die Schnellen und zu schnell für die Langsamen ist. Abseits der Strecke möchte er mit Sticheleien und unlustigen Sprüchen demoralisierende Wirkungen auf seinen Teamkollegen hervorrufen und damit an die jüngeren Erfolge hinsichtlich psychologischer Kriegsführung anknüpfen.


In der Challenger Series Monday stehen mit der besten Punkte Ausbeute in Mexiko und Russland die Chancen für Jan-Erik und Exhale gut, bei dem Kampf um den Konstrukteurstitel ein Wörtchen mit zu reden. Die Konkurrenten Williams, McLaren und Sauber zeigten bisher starke Leistungen, was die beiden Ferrari Neulinge über die Saison hinweg an ihre Grenzen bringen wird.


In der Challenger Series Thursday sind für Helbig und Djiceflame der Konstrukteurstitel die oberste Priorität. Der härteste Mitstreiter für die beiden Düsseldorfer stellen die Bullen um Greenn und Bratfisch da. Während man in Bahrain das beste Team war, schwächelte man in Japan im Zweikampfverhalten, fuhr unglücklicherweise über Carbon und verlor in China Punkte durch strategische Fehlentscheidungen und skandalöse Überholversuche der direkten Konkurrenz. Das gab Red Bull die Möglichkeit, die Lücke wieder zu schließen.


Noch nicht wissend, wo vorne und hinten zu sein scheint, zeigten die Ferrari Routiniers Maverick und Micha bis jetzt nicht die von ihnen zu erwartende Leistung. Mit zwei Doppel DNFs in vier Rennen müssen die Ferrari Verantwortlichen eventuell ihre Fahrertransfers hinterfragen. Die besten Ergebnisse bis jetzt waren zwei zweite Plätze, welche allerdings von den Pro Series Fahrern PowerSw und Kishkalva eingefahren wurden. Dadurch ist Ferrari in der Konstrukteurstabelle noch nicht komplett abgeschlagen. In Nürnberg und Hildesheim müssen nun Überstunden im Simulator eingelegt werden, ansonsten muss bald am Fahrergehalt das gespart werden, was für die Telefonrechnung nach Hinwil draufgeht.


Ferrari erwartet eine spannende Saison, in der vieles gewonnen und vieles verloren werden kann. Die Moral im Team ist hoch und man ist bereit, einiges liegen zu lassen, damit in Maranello wieder die Flagge mit dem schwarzen Pferd gehisst werden kann.

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