Rosso News - Alles andere als ein Spa-Aufenthalt

Das zehnte Rennen der Challenger Series II fand in Belgien auf der Ardennenachterbahn in Spa Franchorchamps statt. Woulley holte zwei Trostpunkte während die Höhenänderungen innerhalb einer Runde Craigos Tourettetendenzen zum Vorschein brachten.


Das Wochenende begann bereits mit einem Missverständnis. Als Woulley am Teamtreffpunkt eintraf, wunderten sich die Kollegen über die kleine Tasche. Inhalt: Ein Bademantel, ein Handtuch und Schluppen. „Da kommst du aber nicht weit mit.“, sagte Craigo feixend und zeigte mit dem Finger auf ihn. „Wir fahren in Spa, nicht ins Spa!“. Woulley sprach für den Rest des Wochenendes nur noch mit seinem Renningenieur, hatte ihm sein Teamkollege doch etwas anderes auf dem Handy mitgeteilt…


Im Qualifying sah man die blauen Göttinen von sieben und vierzehn starten. Besonders über die ungewohnte Quali-Schwäche von Woulley wunderten sich viele. „Sind Sie schon mal in einem Bademantel Formel 1 gefahren?“, fragte er rhetorisch. „Durch die G-Kräfte flatterte der kleine Woulley fröhlich hin und her, das hat mich sehr abgelenkt.“


In der Einführungsrunde halluzinierte Craigo und fuhr in einen McLaren von VeniVidiVici hinein, der eigentlich sechs Plätze weiter vorne war. Auch die roten Ampeln erloschen beim Sauerländer viel später als beim restlichen Feld: ,,Ich vertrag das ganze fettige Zeug hier nicht. Die Waffeln, die Pommes, die Frauen. Darunter leidet nicht nur mein Blutdruck, sondern auch meine Konzentration.", erklärte ein geistig abwesender Craigo. Auch sein Teamkollege wirkte in der Anfangsphase nicht voll bei der Sache und musste gleich dreimal den Flügel wechseln. Woulley: „Diese ständigen Schläge auf Hüftknochen und Rippen waren sehr unangenehm.“


Craigo hatte in der ersten Runde zwei Plätze verloren und musste nun gegen ein rotlatenzigen LeBuex kämpfen. ,,Das hat mich ziemlich Nerven gekostet. Ich war in dem Moment auf 180 wegen meiner Halluzinationen, so nennt sie der Doktor zumindest. Ich bin mir bis heute sicher, dass an dem Tag einfach alles gegen mich war." In der Busstop Schikane schob ein Williams den Mercedes von Exhale quer, den Craigo wie schon in Bahrain wieder gerade bog. Einige Plätze verlor man trotzdem. ,,Wenn du dich auf Platz sieben qualifizierst, in der Einführungsrunde einen Bug hast, deine Ampeln später ausgehen als bei allen anderen, ein LeBuex dir das Leben schwer macht, du aufgrund unfähiger Mitstreiter erneut im Exhale hängen bleibst und dich dann auch noch Woulley überholt, dann hast du den Kaffee mehr auf als ein Tchibo-Stand auf dem Marienplatz am frühen Nachmittag.", erklärte der Rosso Pilot.



In Runde drei war Craigo am Ausgang von Stavelot auf Vollgas um Icecuber auf der langen Vollgaspassage zu überholen. Er untersteuerte und fuhr in die Wand. Eine kaputte Radaufhängung sowie der zweite DNF der Saison folgten. ,,Ich war irgendwie froh über den Ausfall. Bei mir war das durchgehend heftigeres Fluchen als bei einem Hexer, der seine Midlife Crisis an unschuldigen Menschen auslässt.“, berichtete Craigo. Der Ausfall zog Konsequenzen mit sich. Franz Tost verriet, seinen wütenden Funkrebellen bis Monaco auf eine Buddha Reise nach Lamphun schicken zu wollen. ,,Er muss lernen seine Energie zu bündeln und in Geschwindigkeit und nicht in Zorn zu verwandeln. Ein weiser Fahrer sagte einst 'Love conquers all'. Nun soll auch Craigo die Kunst der Ruhe und der Liebe erfahren, um im Fürstentum zumindest eine Runde zu überleben.“, erzählte der Teamchef in Padmasana Haltung vor den Journalisten.


Woulley arbeitete derweil an seinem Karma-Konto. Zu Beginn der Safety-Car-Phase war der Wahllokalmatador Letzter und hatte bereits eine Runde Rückstand auf das Führungsduo VeniVidiVici und Snuggle. „Dort bewies ich wieder einmal meine überragenden taktischen Fähigkeiten.“, erklärte Woulley. „Ich bin ohne Rücksicht auf Verluste an den beiden und dem Safety Car vorbei, gönnte mir die Fünf-Sekunden-Strafe und war kurze Zeit später wieder hinten am Feld dran.“ Dort wurde ihm jedoch das Chaos beim Restart zum Verhängnis. „Keine Ahnung, was da passiert ist, plötzlich ging da nichts mehr und ich hatte wieder einmal einen Flügelschaden. Immerhin kühlte es in der Zeit etwas ab, wenn ihr wisst, was ich meine.“ Mehr als die zwei Punkte waren am Ende jedoch nicht drin. „Jetzt weiß ich, wie sich Craigo in jedem Rennen fühlt, wenn er mal nicht ausscheidet. Da wäre ich auch dauer-frustriert.“


Für das nächste Rennen geht es nach Monaco. In den Straßen von Monte Carlo werden die beiden Toro-Rosso-Piloten wieder nach Punkten jagen. „Da geht es eh nur ums Überleben“, weiß Woulley. „Wer ankommt, punktet. Hoffen wir mal, dass diese Marschrichtung Craigo nicht wieder überfordert.“

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