Rosso News - „Einmal Wochenende Süßsauer, bitte!“

Nach einem starkem Qualifying fuhr Toro Rosso beim siebten Rennen der Challenger Series II auf die Ränge Acht und Zehn. Mangelnde Pace ließ für beide Piloten nicht mehr als vier Punkte aus dem Rennen mitnehmen. Kritiker warnten nach Aserbaidschan, dass dem Team aus Faenza der Erfolg nicht zu Kopf steigen sollte.


Da für das Ende der Qualisession Regen gemeldet war, schickte der Rennstall seine zwei Stammfahrer schnell auf die Strecke. Auf dem weichsten Pneu qualifizierten sich beide auf den Positionen drei und fünf. Trotz solider Leistung war Craigo nicht gehemmt erneut die Bedingungen zu kritisieren: ,,Es ist ja kein Geheimnis, dass unser Team finanziell nicht so gut dasteht. Dementsprechend haben wir auch keinen eigenen Funk, sondern müssen über den öffentlichen Kanal Radio Italia kommunizieren. Wie auch immer hat sich dort ein Ferraristi eingeschleust und sich während meiner Runde nicht an das Gentlemens Halt-die-Fresse-wenn-ich-fahre Agreement gehalten. Ich musste dann ein autoritäres 'Pschhht' raushauen, was auch gewirkt hat. Konzentration für die Runde blieb dann allerdings keine mehr."


Beim Start bewiesen beide Fahrer wieder einmal ihre First-Lap Stärke und konnten jeweils einen Platz gutmachen. Bis dorthin verlief das Wochenende süß, der saure Teil folgte kurz darauf. Opfer einer ultimativ späten Divebomb Lamotones wurde Craigo in Kurve Sechs. Er verlor seinen Flügel und musste frühzeitig in die Box. Hauptdirektor der Bild- und Funkregie Anthony Hawk beschreibt die Szene aus seiner Sicht: ,,Wir haben überlegt, ob wir den Funk von Craigo im Fernsehen übertragen. Würden Zensurtöne Geld kosten, hätte die Formel 1 Insolvenz anmelden müssen. Der gute Mann hat den Vulgärduden neu erfunden. Wir haben es dann sein gelassen." Serienleiterin Jenny zeigte sich ebenfalls schockiert: ,,Was ist denn das für eine Wortwahl." Craigo selber sieht die Szene weniger streng: ,,Joa, da war ich wohl etwas emotional. Das passiert halt, wenn man mit Italienern arbeitet." Beantworten, was die genaue Wortwahl gewesen sei, mochte Craigo allerdings nicht.


Am Ende langte es für Platz Zehn, Craigo sieht den Grund des Ergebnisses allerdings nicht bei der frühen Kollision mit dem Sauber: ,,Klar hat es nicht geholfen. Allerdings war ich heute nicht schneller als Woulley und der ist Achter geworden. Mehr als Platz Neun war nicht drin, deswegen bin ich d'accord mit dem einen Punkt."


Red Bull Berater Helmut Marko hingegen zeigte sich unzufrieden mit dem Schwesterteam: ,,Das ist bei Woulley das wohl schlechteste Rennen eines Toro Rosso Fahrers aller Zeiten. Er hat Fehler gemacht und nicht viel aus dem Rennen rausgeholt. Ich fande es schon frech, wie er die Woche zugegeben hatte, einen zweiten Platz zu feiern. Erholt von der Party hat der sich bis zur karierten Flagge glaube ich nicht." Später fügte er hinzu: ,,Die denken jetzt auch sie wären es nach dem Podium in Baku. Hauptsache der Helm macht bling bling.“ Auf Grund eines spektakulären Überholmanövers im vorherigen Jahr galt Woulley in China als Publikumsliebling, ließ seine Fans allerdings bitter enttäuscht zurück. Teamchef Franz Tost steht ebenfalls kritisch zu seiner Leistung: ,,Das war äußerst peinlich. Ich hoffe die Fahrer werden jetzt ein wenig demütig. Mit Erfolg können die anscheinend noch nicht umgehen.“



Woulley selbst war nach diesen Aussagen stinksauer, verweigerte die Interviews und schrie seine Pressesprecherin Karla Maucke an: „Denk dir doch irgendeine Scheiße aus, was ich angeblich sagen würde. Ihr schreibt doch am Ende eh immer, was ihr wollt. Egal wie geil ich gefahren bin und dass das niemand anderes außer mir hingekriegt hätte.“ Danach beruhigte er sich jedoch schnell und gab ein Statement ab: „Helmut und Franz haben recht, wir haben ja auch ein sehr gutes und enges Verhältnis zueinander. Ich werde mir ihre Kritik zu Gemüte führen. In den nächsten Wochen lege ich meine volle Konzentration aufs Training, Simulatorfahrten und natürlich erfolgreiche Rennen. Das haben diese geilen Fans von Toro Rosso und jeder Mitarbeiter einfach verdient.“


Nächste Woche wird das Rennen auf dem spanischen Circuit de Catalunya ausgetragen. Tost hat vor allem Craigo zu Überstunden im Simulator gezwungen. Wie sehr die strengere Arbeitsmoral bei Toro Rosso fruchten wird, zeigt das Qualifying am kommenden Dienstag in der Challenger Series II.

Kommentare 1

  • Toll geschrieben!!