Rosso News – Woulley brilliert während Craigo down under geht

Beim fünften Rennen der Challenger Series III fuhr Woulley im australischen Melbourne den vierten Platz ein, wurde nach einer Strafe als Fünfter gewertet, während sein Landsmann Craigo frühzeitig das Rennen beendete.


Kritiker sahen sich nach der Zieleinfahrt in ihren Aussagen bestätigt, dass Woulley das Zugpferd im Rennstall und Craigo mit dem aufzuwischenden Kot zu vergleichen sei. Das Qualifying versprach mit P8 und P10 ein gutes Rennen, Craigo versprühte allerdings vor Rennstart negative Luft: ,,Beim ersten Run war Blatt im Weg, beim zweiten Run labert mich der Teamkollege voll und beim dritten Versuch steht der Bob wie bestellt und nicht abgeholt im ersten Sektor. Da wäre mehr gegangen wie Moses.“


Woulley wehrte sich hingegen gegen die Vorwürfe seines Teamkollegen: „Formel 1 fahren und sich dann über die Lautstärke zu beschweren - und wenn es die am Funk ist - ist ein bisschen wie in ein Steakhouse zu gehen und sich dann darüber aufzuregen, dass es keinen vegetarisches Tofu-Ingwer-Kohlrabischnitzel-Menü gibt.“ Woulley weiter: „Ich glaube, der Jung hat sich das ein bisschen einfacher vorgestellt. Fährt ein bisschen gegen den alten Sack und drückt ihm pro Runde einige Sekunden aufs Auge. Das klappt nicht, also geht die Ausredensuche los. In Aserbaidschan werde ich keinen Ton sagen und trotzdem wird er hinter mir landen. Dann lag es wahrscheinlich daran, dass ein Opa am Bahnhof umgekippt ist oder irgendwelche Maulwurfhügel auf der Strecke ihn irritiert hätten.“


Der Start verlief aufgrund gewonnener Plätze jedenfalls positiv für beide Piloten. So fuhren Woulley und Craigo jeweils auf drei und sieben. Ersterer bekämpfte sich mit dem nach einem Fehler viertplatzierten Red Bull von kscboy, so dass die hinteren Fahrer aufschlossen. In Runde vier verlor Craigo die Kontrolle über sein Auto und schlug in die Wand ein, seine Radaufhängung war kaputt und das Rennen vorbei. ,,Ich wollte Iceman überholen und war in der letzten Kurve zu früh auf dem Gas. Die Dirty Air ist da sehr gefährlich. Und so cool wie ich bin, wollte ich das Auto fangen und weiterfahren. Vollbremsung wäre schlauer gewesen.“

Enttäuscht über sein frühes Ausscheiden und verlorene WM-Punkte entschied sich Craigo zum Kommandostand zu gehen, Mattia Spini von seinem Sessel zu kicken und Woulley beim Rennen zu unterstützen. ,,Ich dachte mir, wenn der Penner mich in der Quali voll labert, kann ich das im Rennen drei mal besser. Scheiße nur, dass er mit jedem Input stärker und schneller gefahren ist.“, beschreibt Craigo die Arbeit mit seinem Teamkollegen. Woulley konterte: „Er hätte sich eher mal etwas abschauen sollen, als so kläglich zu versuchen, Rache zu nehmen. Auf das, was er da gesagt hat, habe ich eh nicht gehört und stattdessen irgendwann angefangen die Pokerap zu singen. Ich weiß, was ich tue.“


Dass es trotz der Kabbeleien zwischen den beiden Toro-Rosso-Piloten stimmt, bewies Woulley dann in Runde sechs. Mit einem Bodyslam gegen Kscboy und einem Ruckzuckhieb gegen Iceman sorgte er für den Double-Kill gegen die beiden Fahrer des Mutterteams Red Bull. Im Debrief nach dem Rennen soll RB-Boss Dietrich Mateschitz der Sack geplatzt sein, weshalb sich der Düsseldorfer später einsichtig zeigte: „Ich wollte das nicht. Es tut mir wirklich leid. Aber das war schon irgendwie lustig.“ Für den Spruch gab es dann am Ende auch eine Strafe von der Rennleitung. Woulley verlor seinen vierten Platz und wurde als Fünfter gewertet. Woulley: „Ich bin trotzdem das wohl beste Rennen eines Toro-Rosso-Fahrers aller Zeiten gefahren. Ich habe keine Fehler gemacht und das Maximum aus dem Rennen herausgeholt.“


Nächste Woche fährt die Challenger Series II in Aserbaidschan auf dem engen Baku City Circuit. Die Erwartungen bei Woulley und die Hoffnungen bei Craigo liegen hoch.

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