Rosso News - Karneval und erneute Punkte in Brasilien

Am vergangen Dienstag reiste der Rennstall mit zweierlei Mienen nach Interlagos. Während auf Woulleys Seite der Garage zufrieden dreinschaute, nahm man den Mechanikern und Ingenieuren Craigos besorgte Gesichter ab. Brasilien galt als eine der schlechtesten Strecken Craigos.


Angesprochen auf seine Erwartungen reagierte er angegriffen: ,,Was für Erwartungen? In Brasilien? Was weiß ich, fragen sie doch wen anders. Ich frag sie auch nich immer nach ihren Erwartungen. Was erwarten Sie, wenn sie heim kommen? Dass ihre Frau essen gekocht hat? Oder dass ihre Frau dann gerade mit einem anderen Mann schläft? Was sind ihre Erwartungen, he? Ist eine scheiß Frage, gell?".


Im Qualifying fuhr Craigo auf P14, was seinen Erwart... was ein schlechtes Ergebnis ist. Auch während des Rennens fand er nie in einen Rhytmus. Am Radio beschwerte er sich über Untersteuern, das Auto war nicht richtig abgestimmt. Positiv herausgestellt hat sich die erneuerte Bremse. Außerhalb der Streckenbegrenzungen fand man den Toro Rosso Star nur zwei mal. ,,Joa, Bremse ist deutlich besser aber immer noch nicht gut. Ich lerne mit jeder Kurve, die ich nicht kratze, weil ich mich ja verbremse, dazu. In Australien wird das auch eine witzige Geschichte.", lacht Craigo und verweist auf die vorletzte Kurve. Am Ende des Rennens landete er auf Platz 10, was den Ausfällen seiner Vordermänner geschuldet ist. ,,Ich war der langsamste, das ist klar. Dementsprechend bin ich mit dem einen WM-Punkt super zufrieden. Ich mein, wenn ich als langsamster Pilot auf der Strecke schon Zehnter werde, wo platzier ich mich dann erst, wenn ich mal schnellster bin?", murmelt Craigo vor sich her, unaufmerksam gegenüber der eigentlichen Frage.


Fragen, die sich Woulley nicht stellen brauchte. Er brachte das Rennen auf dem sechsten Platz Heim und sicherte dem Team wieder wichtige Punkte für die Konstrukteurs-WM. „Ich glaube, das war das beste Rennen eines Toro Rosso-Piloten aller Zeiten. Ich habe keine Fehler gemacht und das Maximum aus dem Rennen herausgeholt“, kommentierte er stolz. Zumal der 29-Jährige langsam dabei ist, den Umgang mit den Reifen zu verstehen: „Wir konnten vor der Saison ja nicht viel testen, außer der Staubentwicklung auf einer frisch gekauften CD. Unsere Ziele bleiben auch unverändert.“ Sprich, ähnlich wie sein Teamkollege: Lernen, lernen lernen. Woulley: „Die Reifen sind schwer zu verstehen. Da ich auch gerne mal eine Anleitung brauche, ob ich zuerst die Socken oder die Schuhe anziehe, dauert das natürlich ein bisschen länger. Aber es wird besser.“

Für den italienischen Rennstall entpuppte sich Brasilien als unter dem Durchschnitt heraus, Tost sieht seine Fahrer in der Pflicht: ,,Nach dem guten Saisonstart und dem Auto, was wir jetzt haben, sollten mindestens 15 Kontrukteurspunkte pro Rennen drin sein." In einer Woche schickt das Team seine Piloten wieder auf die Strecke, dann auf dem Albert Park Circuit in Melbourne, Australien.

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