Rosso News - Sushi und Punkte in Japan

Der sechstplatzierte Woulley war einzig nach dem Qualifikationstraining nur leicht angefressen: „In meiner letzten Qualifikationsrunde hat mir ein Auto auf der Out-, In-, oder Wasauchimmerlap mindestens eine halbe Sekunde gekostet. Ohne diesen Vorfall wären wir auf Rang zwei gestartet, was ein überragender Erfolg gewesen wäre.“ Das Rennen durchlief er weitestgehend ohne große Zwischenfälle. Im ersten Renndrittel arbeitete er sich zeitweise auf Rang vier vor, ehe er aufgrund von Reifenproblemen nach hinten durchgereicht wurde. Woulley offenbarte alles an Selbstkritik, die in ihm steckt: „An mir lag es nicht. Ich bin das beste Rennen eines Toro Rosso-Fahrers aller Zeiten gefahren, auch wenn es für die Weltregie anscheinend nicht interessant genug war. Es ging nicht besser, wir müssen noch viel aufholen.“


Erfreut hat ihn jedoch die Pace seines Teamkollegen, der nach einem Aufenthalt in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien sein Saisondebüt feiern durfte: „Er war manchmal tatsächlich an mir dran. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Ich hätte erwartet, dass er sich erst einmal wieder an Strom und fließend Wasser gewöhnen muss, ehe er wieder auf Tempo kommt.“ Im gleichen Atemzug schob er eine Kampfansage nach: „So nah von hinten wird er mich nur noch bei unseren regelmäßigen Saunabesuchen sehen.“


Angesprochen auf den Kommentar reagiert Craigo gelassen: ,,Ach joa, ich denke wegen der hohen G-Kräfte hier in Suzuka ist dem Woulley noch ganz schwindelig. Zudem hat er vor dem Rennen zwei Portionen Sushi verputzt, das verträgt er nicht so gut. Meine Quali war top, P5 mit 0.4 Sekunden hinter P1 ist mehr als ich erhoffen durfte. Wobei ein Vergleich mit Lukas Zenkel noch ausbleibt, der hatte ein katastrophales Wochenende."


Craigo zeigte ein unkonzentriertes Rennen. In Runde 7 legte er einen unfreiwilligen Boxenstop ein, weil er in der letzten Kurve aufgrund der Dirty Air von Woulley Richtung Boxengasse rutschte. ,,Ich mein, ich bin ein großer Fischfan. Und der Woulley hat so eine Aal Lachs Fahne hinter sich hergezogen, dass ich einfach grierig zu früh auf dem Gas war."


Ein Flügelschaden wegen unüberlegtem Bremsen und ein Ausrutscher in der Spoon machten das Rennen zu einem sehr frustrierendem, Craigo zieht trotzdem positives raus: ,,Ich wollte ins Ziel kommen, mit P9 habe ich das erreicht. Ich habe viel gelernt und bin mit dem Auto zufrieden. Ich muss es allerdings noch besser kennen lernen, um am Limit zu fahren. Die Lenkung haben die Mechaniker super hinbekommen, die Bremse gilt es meinerseits noch zu perfektionieren."


Auf der After-Race-Party auf dem Toro Rosso Boot sprach der leicht erboste Boss Franz Tost, der schon frostige Post erhielt, einen Toast zum Trost: „Prost“, sagt er zu Boxgast Bas Dost, der ein getoastetes Brot teste: „Wir sind weitaus besser gewesen, als wir es erwartet hätte. Ziel war es, ins Ziel zu kommen, am Ende haben wir mit beiden Autos Punkte geholt. Wir befinden uns in einer Aufbausaison. Heißt: Wir werden noch stärker! Mit der Zeit werden wir noch dominanter werden, als eine frustrierte Hamburger SM-Nutte bei einem Kunden, gegen den sie im ‚Mensch, ärgere dich nicht‘ verloren hat.“

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